Die Referenten der 6. Online Tagung

Toni Silver

 

 

 

 

 

 

 

 

…war im Alter von zehn Jahren von Papageien fasziniert, als er begann, eine Tierhandlung zu besuchen, in der ein Gelbbrustara (Ara ararauna) und ein Hellroter Ara (Ara macao) ausgestellt waren. Der Ladenbesitzer behauptete, Aras würden sich in der Luft paaren und sich in Menschenobhut nicht fortpflanzen. Diese Vorstellung schien unglaublich und weckte ein Interesse, das dazu führte, dass er sich im Alter von 16 Jahren seinen ersten großen Papagei anschaffte. Bald wuchs die Anzahl der Arten und Tiere, und bis 1978 gelang Tony die erste Zucht des Schmalschnabel-Sittichs (Enicognathus leptorhynchus) in den USA. Tonys Neugier, frühe Erfolge und Interesse führten dazu, dass er weitere Arten erwarb und Reisen in die Karibik und nach Südamerika unternahm, um Papageien in freier Wildbahn zu studieren, da direkte Beobachtungen im Feld als Schlüssel zum Erfolg in der Menschenobhut galten. Tonis erste bedeutende Feldstudien wurden in den 1980er Jahren in Argentinien durchgeführt, als das Gewicht und die Wachstumsfortschritte von handaufgezogenen Jungtieren mit denen von Jungtieren verglichen wurden, die von ihren Eltern in freier Wildbahn aufgezogen wurden. Im folgenden Jahrzehnt wurden weitere Arten untersucht und gezüchtet. Toni hat Papageien in Asien, Afrika, ganz Lateinamerika und der Karibik, Australien, Neuseeland und im Pazifikraum im Feld untersucht. Toni hat in seiner Privatsammlung oder während seiner Zeit als Kurator im Loro Parque mehr als 80 % aller Papageienarten gehalten und gezüchtet. Zu seinen Zuchterfolgen zählt der Spix-Ara (Cyanapsitta spixii), wobei er in Zusammenarbeit mit dem CITES-Sekretariat, dem Loro Parque und der brasilianischen Regierung das Wiederansiedlungsprogramm für den Spix-Ara ins Leben rief – ein Projekt, das dazu beigetragen hat, diese Art vor dem Aussterben zu bewahren. Im Laufe seiner über vier Jahrzehnte währenden Karriere als Vogelzüchter hat Tony Hunderte von Artikeln in fünfzehn Sprachen veröffentlicht, auf allen Kontinenten Vorträge gehalten und sieben Bücher herausgebracht.

Ernährung und einige Haltungsrichtlinien für Papageien in der Heimtierhaltung
In seinem Vortrag referiert Tony Silva über die Einflüsse der Ernährung auf das Verhalten und die Fortpflanzung von Papageien in Menschen Obhut. Er geht dabei detailliert auf die Inhaltsstoffe der Nahrungsmittel und die arteigenen Bedürfnisse der unterschiedlichen Papageienarten ein.

Linus und Silas Bey,

 

 

 

 

 

 

…Zwillinge und 21 Jahre alt. Aktuell sind sie Studenten und halten seit ihrem 16. Lebensjahr Aras. Ihr Schwarm besteht aus vier Aras: zwei Gelbbrustaras, einem Hellroten Ara und einem Kleinen Soldatenara. Alle Vögel wurden von ihnen von klein auf großgezogen, und wie möchten ihre Erfahrungen sowie ihre Vorgehensweise mit der Community teilen.

Ein Ara wächst auf – Grundsteine für ein glückliches Papageienleben
Wir zeigen, welche Entwicklungsstufen ein Ara in den ersten zwei Lebensjahren durchläuft und wann wir dem Jungvogel welche Fähigkeiten beibringen. Unser Ziel ist es, einen selbstständigen, selbstbewussten und sozialen Ara auszubilden, um ihn optimal auf ein erfolgreiches Leben vorzubereiten.
Wann ist ein Ara alt genug, um in ein neues Zuhause einzuziehen? Wie verläuft der Weg vom Babytraining zum gezielten Training? Außerdem gehen wir auf Enrichment und Foraging, Sozialisation und vieles mehr ein.

Sabine Jülg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

…wurde am 29.4.1967 in Heidelberg geboren und wuchs in einem 3 Generationen Haushalt auf. Ihre Großeltern hatten Hühner und als sie 3 bis 4 Jahre alt war, hat sie mit einem von ihnen Freundschaft geschlossen und es auch trainiert. Hier hat sie wohl ihr Herz an das Federvieh verloren. Ihren ersten Wellensittich hat sie im Hühnerstall gefunden als er versucht hat das Hühnerfutter zu fressen. Da niemand den Sittich vermisste beziehungsweise wollte durften dürfte sie Hansi dann auch behalten. Es kamen im Laufe der Jahre noch der ein oder andere Wellensittich hinzu, die teilweise auch sehr alt geworden sind, sprechen gelernt haben und mit denen sie als Kinder sehr viel Spaß hatten. Als sie mit 17 Jahren ihre Ausbildung zur Arzthelferin begonnen hatte, durfte sie anfangen zu reiten und mit 22 hat sie dann auch schon ihr erstes eigenes Pferd gekauft. Mit Freund, Freunden, Familie, Pferd, Sport, Kunstturnen, Reiten, Ausdauersport, Taebo, Handball, etc. und Kaninchen weil sie viele Jahre gut beschäftigt.
Da sich da sich der Bau ihres Hauses, in dem sie auch heute noch wohnt, viel länger hingezogen hatte als geplant, ist Frau Jülg erst mit 27 Jahren ausgezogen. Ab diesem Zeitpunkt hatte sie immer bis zu maximal 10 Wellensittiche, die bei ihr gelebt haben. Teilweise hat sie sie geerbt, in Pflege genommen oder gekauft. Später kamen dann noch 2 Kaninchen dazu und der Hund ihres Bruders war auch öfters zu Besuch. Ihr Wunsch war es aber immer, Großpapageien zu halten. Zeitlich war dies aber nicht möglich, da sie diesen intelligenten Tieren auch gerecht werden wollte. Nachdem ihr zweites Pferd mit 24 Jahren verstorben war und sie das Reiten inklusive Turnierbesuche aufgegeben hatte, war die Zeit gekommen ihren Traum der Großpapageienhaltung / Rosakakaduhaltung zu verwirklichen. Frau Jülg hat zirka 2 Jahre recherchiert, viel gelesen und zahlreiche Experten ausgequetscht, welche Voraussetzungen notwendig sind diese Tiere zu halten. Im September 2022 sind dann Nala und Barney bei ihr eingezogen.

Die australischen Clowns – Freud und Leid der Rosakakadu/ Wellensittichhaltung
Ich möchte über mein Leben mit den kleinen und großen Australiern berichten in dem ich beschreibe welche Voraussetzungen notwendig waren beiden Arten gerecht zu werden um das Verletzungsrisiko so klein wie möglich zu halten. Da haben mir als Beschäftigungstherapeutin (Betreuungskraft Pflegeheim 2020) die Beschäftigung sehr am Herzen liegt ist mir das auch bei meinen Rosakakadu sehr wichtig. Ich sehe jeden Tag wie viel Spaß ihnen und mir das Training macht und sie dies auch einfordern. Wie schnell es gehen kann, dass ein Vogel erkrankt, musste ich zuerst durch Barneys Bleivergiftung und später durch die Borna-Viruserkrankung von Nala erfahren. Ich möchte erwähnen, dass ein schnelles Handeln meinerseits und die tolle Behandlung durch einen VK-Tierarzt eine vollständige Heilung von Barneys Vergiftung gelang. Leider gehört auch die Erkrankung von Nala dazu und ich hatte gehofft über mein pinkes Trio berichten zu können aber dieses leider nun nicht mehr möglich). Trotzdem oder gerade deswegen werde ich erzählen, wie ich versucht habe Nala so lange wie möglich stabil zu halten, aber trotzdem eine Trennung der Kakadus unumgänglich war. Da Barney sich immer mehr an mich gebunden hat, wurde ein Weibchen für ihn gesucht und schließlich auch mit Rosa gefunden.

Bettina Freimut

 

 

 

 

Leitung des Instituts Tiere im Einsatz (www.tiere-im-einsatz.de)
Internationale Dozentinnentätigkeit und Projektcoaching TGI, Fachautorin, anerkannte Hundetrainerin;
Bachelor Prof. in Sozialwesen (Erzieherin), Fachkraft für tiergestützte Pädagogik und Förderung, Ausbildung
zum Personal Coach, KKP & KAP Trainer, Animal Reiki Practitioner, Sachkundenachweise zu diversen
Tierarten; Schöffin am Landgericht (ehrenamtliche Laien-Richterin);
Vorstandsmitglied ISAAT, Lead Accreditation Chair, und Vollmitglied
Gründungsmitglied und Aktive im Qualitätsnetzwerk PFOTE – Professionelle Mensch-Hund-Teams für
tiergestützte Interventionen
Des Weiteren Mitglied in folgenden Verbänden bzw. Organisationen:
IAHAIO – International Association of Human-Animal Interaction Organizations, Bundesverband
Tiergestützte Intervention e.V., Freundeskreis der Stiftung Bündnis Mensch und Tier e.V.

Gefiederte Begegnungen – das Potential von Vögeln in Tiergestützter Intervention
Tiergestützte Intervention (TGI) gewinnt zunehmend an Bedeutung in Pädagogik, Therapie
und sozialer Arbeit, indem gezielt die positiven Effekte von Mensch-Tier-Interaktionen in
einem breiten methodischen Spektrum zur Förderung emotionaler, sozialer oder kognitiver
Prozesse sowie zum Ressourcenerhalt/-aufbau genutzt werden. Während häufig Hunde
oder Pferde im Fokus stehen, zeichnen sich auch Vögel als besondere Interaktionspartner
aus.
Der Vortrag gibt zunächst einen Überblick über Grundlagen und Wirkmechanismen
tiergestützter Intervention. Anschließend werden verschiedene Vogelarten wie Hühner,
Sittiche oder Papageien hinsichtlich ihrer Eignung, Besonderheiten und möglicher
Einsatzfelder beispielhaft vorgestellt. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf den Potenzialen von
Vögeln: ihre Sensibilität, Kommunikations- und Interaktionsformen und die Möglichkeit
niedrigschwelliger Begegnungen. Zudem werden Herausforderungen wie artspezifische
Bedürfnisse, Hygiene, Stressanfälligkeit sowie ethische Fragestellungen und auch die
Grenzen tiergestützter Arbeit mit Vögeln kritisch reflektiert.
Abschließend veranschaulichen praxisnahe Beispiele aus unterschiedlichen Settings
konkrete Einsatzmöglichkeiten und Erfahrungen.
Ziel des Vortrags ist es, einen differenzierten Einblick in die Chancen und Anforderungen
tiergestützter Intervention mit Vögeln zu geben.

Antje Wenger

 

 

 

 

 

 

 

 

Hätte man Antje Wenger vor 15 Jahren gesagt, dass sie Halterin von zwei Papageien werde würde und ihren Job als zahnmedizinische Fachangestellte an den Nagel hängt, um aus ihrer zunehmend wachsenden Leidenschaft zu den faszinierenden und sensiblen Vögeln den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen, dem hätte sie der Person wohl einen Vogel gezeigt. Aber genau das ist passiert. Wusste sie damals gerade mal, dass es Aras und Amazonen gibt, wuchs ihre Begeisterung und Leidenschaft zu den intelligenten und anspruchsvollen Tieren schnell und aus einer einzigen Frage entstand ihre Papageienpension.
Wem vertraue ich meine Aras an, wenn ich in den Urlaub verreisen möchte?
Sofort kam Antje Wenger der Gedanke, dass es doch vielen Haltern von Papageien so gehen muss.

2016 eröffnete sie dann ihre Papageienpension – Papageien im Glück, mit anfänglich 7 Gästen im Jahr. Mittlerweile reisen ihre kleinen gefiederten Gäste deutschlandweit an und werden von Antje mit viel Freude liebevoll betreut und nach allen Seiten verwöhnt.
Dabei ist Antje eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihren Kunden genauso wichtig, wie die Betreuung ihrer gefiederten Familienmitglieder.

Papageien im Glück – Die Papageienpension
Mehr als nur eine Unterbringung


In ihrer Papageienpension – Papageien im Glück – betreut Antje Wenger seit 2016 liebevoll, zuverlässig, tiergerecht und mit Sachkenntnis Papageien.
Dabei ist es für Antje Wenger selbstverständlich, auf individuelle Bedürfnisse ihrer Gäste Rücksicht zu nehmen, um den Aufenthalt so angenehm und stressfrei wie möglich zu gestalten. Großen Wert legt sie zudem auf eine hochwertige, sehr abwechslungsreiche und auf die jeweilige Papageienart abgestimmte Ernährung.
Aber auch für die tägliche Beschäftigung, die bei jedem Papagei anders aussehen kann, ist stets gesorgt.
Ein weiterer wichtiger Punkt, bei der Betreuung ihrer Gäste, liegt im Verabreichen von Medikamenten. Denn leider ist es nicht selten, dass Papageien aus unterschiedlichsten Gründen Medikamente bekommen müssen.
Dabei ist ihr in Allem eins immer wichtig. Stets ein vertrauter Umgang mit den Haltern ihrer Schützlinge.
Denn nur mit Vertrauen und ohne Sorge können diese dann auch ihren Urlaub genießen, den eventuell anstehenden Klinikaufenthalt oder die geplante Geschäftsreise entspannt antreten.
Ein weiterer Teil ihrer Arbeit ist die Beratung zur artgerechten Unterbringung und Haltung, Ernährung, Verhalten/ Therapie/ Training sowie Medikamentengabe/ Medikamententraining.
In ihrer gesamten Arbeit hilft Antje Wenger, ein über die Jahre geschulter Blick, dank ihrer vielen Pensionsgäste.

Ann Brooks

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ann Brooks ist Mitbegründerin der Phoenix Landing Foundation, einer Adoptions- und Bildungsorganisation, die in mehreren Bundesstaaten an der Ostküste tätig ist. Sie engagiert sich gerne für die Verbreitung von Informationen zur Papageienpflege, die den Vögeln ein gesundes Leben ermöglichen, und arbeitet gemeinsam mit anderen Freiwilligen von Phoenix Landing daran, passende Adoptionspartner zu finden. Ihre Leidenschaft gilt der Ernährung, und sie hat das Kochbuch „Nourish to Flourish“ verfasst. Sie ist ein großer Fan der hochwertigen Produkte von Lafeber.
Ann organisiert außerdem jedes Jahr eine „Phoenix Landing“-Ökotour, um den Schutz und die Erforschung wildlebender Papageien zu unterstützen. Aus diesem Interesse entstand die Lafeber-Reihe mit dem Titel „The Global Parrot“. Sie hofft, dass auch andere die vielen engagierten Wissenschaftler unterstützen, die sich so sehr für den Erhalt der Papageienarten einsetzen, die wir so sehr lieben und schätzen.
Ann lebt seit über 35 Jahren mit Vögeln zusammen. Phoenix, ihr Grünflügelara, ist die Inspiration für „Phoenix Landing“. Die meisten Vögel brauchen eine Reihe guter Zuhause, ohne dass sie selbst daran Schuld hätten. Sie erkannte, dass Phoenix sie überleben würde, und wollte sicherstellen, dass es eine zuverlässige Vermittlungsstelle gab, damit Phoenix einen Ort zum „Landen“ hat. Also trat sie von ihrer leitenden Position im Bundesdienst zurück, um sich ganztägig ehrenamtlich bei Phoenix Landing zu engagieren, das im April 2025 sein 25-jähriges Bestehen feierte.
Bis 2025 hatte Phoenix Landing mehr als 3.500 Vögel in ein neues Zuhause vermittelt. Einige von ihnen benötigten sogar mehr als ein Zuhause, da sich das Leben der Menschen oft verändert. Adoption ist ein positiver, kein negativer Weg, einen Vogel zu erwerben, der es verdient hat. Phoenix Landing ist der Ansicht, dass Papageien während ihres langen Lebens und in ihren wahrscheinlich zahlreichen neuen Heimen geschützt werden müssen. Ann ist der Meinung, dass Adoption unvermeidlich ist und dass Organisationen, die einzelnen Vögeln lebenslangen Schutz bieten, unverzichtbar sind. Ann ist Mitglied der Vereinigung Tierärzte für Vögel (AAV) und IAABC-zertifizierter Verhaltensberater.

Vermittlung und Adoption von Papageien
Hildegard Niemann von Parrot Behaviour Consulting in Deutschland und Ann Brooks von der Phoenix Landing Foundation in den Vereinigten Staaten werden eine lebhafte Diskussion über die Vermittlung und Adoption von Papageien führen. Die meisten Vögel benötigen mehrere Zuhause, nicht nur aufgrund ihrer langen Lebensdauer, sondern auch, weil viele Faktoren das Leben der Menschen verändern können. Hildegard und Ann werden die zahlreichen Gründe erörtern, warum die meisten Papageien ein neues Zuhause benötigen, wie man diesen Übergang für alle Beteiligten positiv gestalten kann und wie man Vögel und Familien auf eine erfolgreiche Zukunft vorbereitet. Wenn Sie derzeit mit einem Vogel zusammenleben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch Ihr Vogel in Zukunft ein neues Zuhause benötigen wird! Eine Adoption kann für unsere anpassungsfähigen und widerstandsfähigen Papageien eine positive Erfahrung sein. Lassen Sie uns darüber sprechen, warum das so ist und wie wir unsere Vögel am besten auf ihre langfristige Zukunft vorbereiten können.

Joachim Spitzer

 

 

 

 

 

Als Referent begrüßt Sie Joachim Spitzer (1952 in Brandenburg geboren), ehemaliger Fachoffizier der Bundeswehr, der an NATO-Auslandsübungen teilnahm und in naturbelassenen Regionen weltweit Erfahrungen sammelte. Seit den 1980er Jahren züchtet er in gemischten australischen Volieren Nymphen-, Wellensittiche und Zebrafinken und präsentiert diese regelmäßig auf regionalen und COM-Welt-Ausstellungen. Seit 1989 organisiert die SNV jedes Jahr eine eigene Vereinsausstellung, und Spitzer gewann 1991 bei der 3. Deutschen Nymphensittich-Meisterschaft eine 0,1 Zimtgeperlte Henne als besten Altvogel; 2025 erhielt er das AZ-Ehrenzeichen. Als Mentor unterstützt er Züchter beim Aufbau eigener Linien.

Im Vortrag gibt er kompakt Einblicke in Allgemeines zum Nymphensittich, Zuchtziele und Linienzucht sowie den Heterosis-Effekt – von der Zielsetzung bis zur praktischen Anwendung in der Ausstellungsklasse. Der Heterosis-Effekt wird als zentrales Werkzeug gegen Inzucht-Risiken erklärt: Durch kontrolliertes Outcrossing lassen sich genetische Vielfalt, Fruchtbarkeit und Allgemeingesundheit verbessern, ohne die Zieltypen aus dem Blick zu verlieren. Praxisnah wird beschrieben, wie Züchter Linien über Generationen stabil halten, welche Aufwendungen in Zuchtplanung, Dokumentation und Ausstellungsvorbereitung nötig sind und wie man typische Potenziale sowie Stolpersteine in der Linienzucht identifiziert. Abschließend gibt der Vortrag konkrete Handlungsempfehlungen für die tägliche Arbeit in gemischten Volieren, einschließlich Hinweise zur artgerechten Haltung, regelmäßigen Gesundheitschecks und zur verantwortungsvollen Teilnahme an Ausstellungen.

Florian Ullmann

Mit seinen 31 Jahren Ist Florian Ullmann nun seit 12 Jahren gelernter Zootierpfleger. Seit 2018 lebt und arbeitet er nun in Leipzig, wo sich seine Leidenschaft für Vögel entwickelt hat.
Im Jahr 2020 übernahm er die Position des stellvertretenden Bereichsleiters für die Themenwelt Südamerika, in der er mit einer Vielzahl von Vogelarten arbeite. Von kleineren Arten wie Türkisnaschvögel und Fruchttauben bis hin zu großen Papageien wie den Blaukehlaras ist vieles dabei. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Haltung und Zucht dieser bedrohten Vogelarten.
2024 konnte er sich außerdem an der Planung einer neuen Papageienhaltung beteiligen. Dabei lag der Fokus vor allem auf der Gemeinschaftshaltung verschiedener Vogelarten und dem Ziel, den Tieren möglichst viel Platz, Struktur und Beschäftigung zu bieten und so eine Haltung zu schaffen, die ihrem natürlichen Verhalten so nahe wie möglich kommt.

„Papageien auf Zuruf – Effektives Recalltraining im Zooalltag“

In modernen Zootierhaltungen mit begehbareren Großvolieren gewinnt das zuverlässige Management frei fliegender Vögel zunehmend an Bedeutung. Vor allem Papageien stellen uns Tierpfleger dabei vor besondere Herausforderungen. Sie sind intelligent, individuell und erfinderisch. Ein sicheres und stressfreies Abrufen der Tiere ist sowohl für Routinekontrollen als auch für den Umgang mit unvorhergesehenen Ereignissen in den Außenvolieren essenziell.

Dieser Vortrag beleuchtet praxisnah, wie durch ein gezieltes Recalltraining auf Basis akustischer Signale ein zuverlässiger Rückruf etabliert werden kann. Im Fokus stehen dabei die Entwicklungen individueller Signale für verschiedene Vogelarten. Somit möchte ich nicht nur theoretische Grundlagen, sondern vor allem praktische Ansätze für ein effektives und alltägliches Training präsentieren, das sowohl die Sicherheit als auch das Wohlbefinden von Tier und Mensch fördert.

Dr. Elisabeth Peus

Dr. Elisabeth Peus, Jahrgang 1979, studierte an der Tierärztlichen Hochschule Hannover und ist seit 2004 approbierte Tierärztin. Bereits früh spezialisierte sie sich auf die Ernährung und Gesundheit von Vögeln und promovierte im Bereich Tierernährung in Hannover.

Seit 2007 ist Dr. Peus in der renommierten Taubenklinik in Essen tätig, deren Leitung sie 2014 übernahm. Heute führt sie das „Gesundheitszentrum für Tauben und Ziervögel“ mit großem fachlichem Engagement und langjähriger Erfahrung. Als Fachtierärztin für Zier-, Zoo- und Wildvögel betreut sie vor allem Brieftauben und Rassetauben – ein Tätigkeitsschwerpunkt, für den sie weit über Deutschland hinaus geschätzt wird.

Darüber hinaus ist die Taubenklinik eine anerkannte Weiterbildungsstätte zum Fachtierarzt und damit auch ein wichtiger Ort für die Ausbildung zukünftiger Vogelspezialisten.

International engagiert sich Dr. Peus seit 2019 als Chairwoman der Veterinary and Science Commission der FCI. Sie ist außerdem Mitglied der International Veterinary Pigeon Association (IVPA), der European Association of Avian Veterinarians (EAAV) sowie des Bundesverbandes für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz e. V. (BNA).

Es bleiben immer Reste übrig – die Kunst ist es den Kot richtig zu lesen!
Vögel fressen mehr, als sie letztendlich für ihren Erhalt brauchen. Alles, was gefressen wird, wird entweder als Antriebsenergie sowie zum Körpererhalt genutzt oder als überflüssig wieder abgegeben. Kein Futtermittel ist vollständig verwertbar und die Ausscheidungen verraten viel über ihre Herkunft. Jeder Kot hat schließlich den kompletten Weg durch den Vogel genommen: gefressen, verdaut, verstoffwechselt und ausgeschieden. Jede Station kann Spuren hinterlassen. Daraus ergeben sich zahlreiche Fährten und Fragen. Wer hat ausgeschieden? Wann und wie oft? Wohin und wie wird abgesetzt? Wie sieht der Kot aus? Solche Fragen zu beantworten und detektivisch die Informationen aus den Hinterlassenschaften zu sammeln, um daraus Rückschlüsse auf Erkrankungen oder Stoffwechselprobleme zu ziehen, sind in diesem Vortrag das Thema.