Florian Ullmann
Mit seinen 31 Jahren Ist Florian Ullmann nun seit 12 Jahren gelernter Zootierpfleger. Seit 2018 lebt und arbeitet er nun in Leipzig, wo sich seine Leidenschaft für Vögel entwickelt hat.
Im Jahr 2020 übernahm er die Position des stellvertretenden Bereichsleiters für die Themenwelt Südamerika, in der er mit einer Vielzahl von Vogelarten arbeite. Von kleineren Arten wie Türkisnaschvögel und Fruchttauben bis hin zu großen Papageien wie den Blaukehlaras ist vieles dabei. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Haltung und Zucht dieser bedrohten Vogelarten.
2024 konnte er sich außerdem an der Planung einer neuen Papageienhaltung beteiligen. Dabei lag der Fokus vor allem auf der Gemeinschaftshaltung verschiedener Vogelarten und dem Ziel, den Tieren möglichst viel Platz, Struktur und Beschäftigung zu bieten und so eine Haltung zu schaffen, die ihrem natürlichen Verhalten so nahe wie möglich kommt.
„Papageien auf Zuruf – Effektives Recalltraining im Zooalltag“
In modernen Zootierhaltungen mit begehbareren Großvolieren gewinnt das zuverlässige Management frei fliegender Vögel zunehmend an Bedeutung. Vor allem Papageien stellen uns Tierpfleger dabei vor besondere Herausforderungen. Sie sind intelligent, individuell und erfinderisch. Ein sicheres und stressfreies Abrufen der Tiere ist sowohl für Routinekontrollen als auch für den Umgang mit unvorhergesehenen Ereignissen in den Außenvolieren essenziell.
Dieser Vortrag beleuchtet praxisnah, wie durch ein gezieltes Recalltraining auf Basis akustischer Signale ein zuverlässiger Rückruf etabliert werden kann. Im Fokus stehen dabei die Entwicklungen individueller Signale für verschiedene Vogelarten. Somit möchte ich nicht nur theoretische Grundlagen, sondern vor allem praktische Ansätze für ein effektives und alltägliches Training präsentieren, das sowohl die Sicherheit als auch das Wohlbefinden von Tier und Mensch fördert.
Dr. Elisabeth Peus
Dr. Elisabeth Peus, Jahrgang 1979, studierte an der Tierärztlichen Hochschule Hannover und ist seit 2004 approbierte Tierärztin. Bereits früh spezialisierte sie sich auf die Ernährung und Gesundheit von Vögeln und promovierte im Bereich Tierernährung in Hannover.
Seit 2007 ist Dr. Peus in der renommierten Taubenklinik in Essen tätig, deren Leitung sie 2014 übernahm. Heute führt sie das „Gesundheitszentrum für Tauben und Ziervögel“ mit großem fachlichem Engagement und langjähriger Erfahrung. Als Fachtierärztin für Zier-, Zoo- und Wildvögel betreut sie vor allem Brieftauben und Rassetauben – ein Tätigkeitsschwerpunkt, für den sie weit über Deutschland hinaus geschätzt wird.
Darüber hinaus ist die Taubenklinik eine anerkannte Weiterbildungsstätte zum Fachtierarzt und damit auch ein wichtiger Ort für die Ausbildung zukünftiger Vogelspezialisten.
International engagiert sich Dr. Peus seit 2019 als Chairwoman der Veterinary and Science Commission der FCI. Sie ist außerdem Mitglied der International Veterinary Pigeon Association (IVPA), der European Association of Avian Veterinarians (EAAV) sowie des Bundesverbandes für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz e. V. (BNA).
Es bleiben immer Reste übrig – die Kunst ist es den Kot richtig zu lesen!
Vögel fressen mehr, als sie letztendlich für ihren Erhalt brauchen. Alles, was gefressen wird, wird entweder als Antriebsenergie sowie zum Körpererhalt genutzt oder als überflüssig wieder abgegeben. Kein Futtermittel ist vollständig verwertbar und die Ausscheidungen verraten viel über ihre Herkunft. Jeder Kot hat schließlich den kompletten Weg durch den Vogel genommen: gefressen, verdaut, verstoffwechselt und ausgeschieden. Jede Station kann Spuren hinterlassen. Daraus ergeben sich zahlreiche Fährten und Fragen. Wer hat ausgeschieden? Wann und wie oft? Wohin und wie wird abgesetzt? Wie sieht der Kot aus? Solche Fragen zu beantworten und detektivisch die Informationen aus den Hinterlassenschaften zu sammeln, um daraus Rückschlüsse auf Erkrankungen oder Stoffwechselprobleme zu ziehen, sind in diesem Vortrag das Thema.